Arnold  Keller - Portraitfoto

Arnold Keller

Vita

Dr. Arnold Keller kann als der Wegbereiter des Papiergeldsammelns in Deutschland bezeichnet werden. Er wurde 1897 in Freiburg i. Breisgau geboren und studierte Philosopie in München und Leipzig. Bereits mit 14 Jahren begann er seine erste kleine Geldscheinsammlung aufzubauen. Als mit dem Ersten Weltkrieg auch immer mehr Notgeldausgaben in Verkehr kamen, sammelte er diese und gab noch während seines Studiums einen ersten kleinen Katalog dazu heraus. Mit der Inflation nach dem Krieg kam es zu einer wahren Flut von Notgeldemissionen. Keller eröffnete 1922 in Berlin sein erstes Geschäft für Münzen, Medaillen und Geldscheine und gab die damals sehr populäre Zeitschrift "Das Notgeld" heraus. Gleichzeitig arbeitete er an weiteren Katalogen, die den Sammlern als Leitfaden dienten. Mit der Weltwirtschaftskrise ging auch das Interesse am Papiergeldsammeln zurück. Arnold Keller baute eine Pelztierzucht auf und veröffentlichte auch hier ein anerkanntes Fachbuch. Während des Zweiten Weltkrieges konnte er seine mittlerweile sehr bedeutende Sammlung vor den alliierten Bombenangriffen auf Berlin durch Auslagerung aufs Land retten, während die gesamte Geldscheinsammlung der Reichsbank und damit wichtige Zeugnisse der deutschen Geschichte im Flammeninferno unterging. Nach dem Krieg widmete sich Dr. Keller verstärkt der Herausgabe von weiteren Geldscheinkatalogen, die bis heute zu den grundlegenden Werken der deutschen Notaphilie zählen und viele weitere Forschungen erst möglich machten. Seine bedeutende Sammlung von 195.000 Geldscheinen verkaufte er im Alter der Deutschen Bundesbank, die damit einen wichtigen Bestand für ihr Geldmuseum in Frankfurt am Main erwerben konnte. Arnold Keller starb 1972. Sein Katalog zum Notgeld der deutschen Inflation von 1923 ist bis heute Zitierwerk und wurde mit einem Vorwort von Hans L. Grabowski als Reprint 2004 in zwei Bänden durch den Gietl Verlag neu herausgebracht.